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Die seit den 70er Jahren in den Sozialwissenschaften, vor allem im Anschluß an Talcott Parsons entstandene Professionstheorie versucht, unter dem Stichwort Profession einen besonderen Typus von Berufen zu erfassen, die im gesellschaftlichen Modernisierungsprozeß entstanden und ganz allgemein einer Rationalitätssteigerung in der Bewältigung von Problemen des sozialen Lebens verpflichtet sind. Professionen sind auf gesellschaftlich zentrale Güter und Werte wie Gesundheit, Recht, Wahrheit, Konsens und Moral bezogen und sichern die Sinninterpretation gesellschaftlicher Lebensverhältnisse. Die fachlichen Standards, die Berufsethik und die Ausbildung werden weitgehend autonom innerhalb der Profession geregelt.
Die Professionstheorie ist in der Psychoanalyse wenig rezipiert worden, obwohl der Beruf des Psychoanalytikers von Autoren wie Parsons oder Oevermann geradezu als Modell einer Profession betrachtet wird. Das vorliegende Buch versucht, diese Rezeptionslücke zu schließen, und legt in einem breit fundierten Ansatz Überlegungen vor, wie die berufliche Praxis des Psychotherapeuten professionstheoretisch bestimmt werden kann.
Die Grundthese des ganzen Buches lautet, daß Profession und Wissenschaft zweigetrennte Bereiche sind, die einander beeinflussen, aber nicht zur Deckungsgleichheit gelangen, weil sie ganz unterschiedliche Handlungs- und Organisationsformen aufweisen. Was aber ist »Profession«, was ist »Wissenschaft« auf dem Gebiet der Psychotherapie, und wie verhalten sich die beiden Bereiche zueinander?
Auf diese Fragen versucht der Autor in vier grundlegenden Perspektiven Antworten zu geben. Während er sich im ersten Teil besonders den Unterschieden zwischen Profession und Wissenschaft widmet, geht es im zweiten Teil vorwiegend um Psychotherapie als Funktionssystem der Gesellschaft. Im dritten Abschnitt liegt der Schwerpunkt auf der Bedeutung von Metaphern, ihrer Rolle und ihrem Stellenwert für das Denken und die Sprache im allgemeinen und für die Psychotherapie im bes