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Dieses kleine Buch enthält Vorlesungen, die Wolfgang Loch — verstorben im Jahre 1995 — im Sommersemester 1974 und Wintersemester 1974/75 an der Universität Tübingen in der dort wohlbekannten und hochgeschätzten Freitag-Abend-Vorlesung gehalten hat. Selbstverständlich stellt sich unmittelbar die Frage nach dem Sinn eines solchen Unternehmens. Wer jedoch vorschnell vermutet, es könnte sich dabei um eine längst überholte Darstellung der Psychoanalyse handeln, ja die Herausgeber hätten sich von ihrem alten Meister nicht emanzipiert, wird bei der Lektüre überrascht und in Erstaunen versetzt: Der Leser wird in der für Loch typischen Form seines verdichtenden Denkens eine äußerst weitsichtige und deshalb hochmoderne Einführung in die grundlegenden theoretischen Konzepte der Psychoanalyse vorfinden.
Freilich, die Vorlesungen sind größtenteils nur für einen schon mit der Psychoanalyse vertrauten Leser nachvollziehbar und verständlich, denn Loch benutzt wie selbstverständlich psychoanalytische Grundbegriffe, um in höchst komprimierter Form Themen psychoanalytischer Theorie und Klinik darzustellen. Schon in den 70er Jahren hat Loch Konzepte vieler bedeutender ausländischer — vor allem britischer — Analytiker in sein Denken aufgenommen und assimiliert, die von den meisten Analytikern in Deutschland erst 10 bis 20 Jahre später rezipiert wurden. Einige Namen sind heute wohlbekannt, andere wurden trotz ihrer genuinen Beiträge kaum wahrgenommen