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Dieses Buch hat 529 Seiten und wiegt 875 Gramm: ein opus magnum. Sein inhaltliches Gewicht setzt ein sorgfältig gewähltes Umschlagmotiv künstlerisch in Szene. Es ist die Abbildung eines Aquarells von Hans Peter Reuter von 1989. Es trägt den Titel »LICHTRAUM 500«. Der Betrachter nimmt eine zwischen Hell und Dunkel, Weiß und Blau in den Raum gestaffelte säulenartige »ungewisse Schwebe« (S. 284/295) wahr. Sie mag an das dynamische Logo des Nachrichtensenders N-TV erinnern. König veranschaulicht damit den »aktiv imaginierenden Feldwechsel« (S. 295), seine vertiefte Auffassung eines Charakteristikums des psychoanalytischen Erkenntnisprozesses: die gleichschwebende Aufmerksamkeit. Sie wurde von ihrem Begründer, Sigmund Freud, 1900 und 1912 als zentraler Bestandteil der psychoanalytischen Haltung herausgearbeitet. Sie stand und steht entgegengesetzt zur hochbewußten und fokalisierten Arbeitsweise der westlichen Denk- und Wissenschaftstradition. Mit Hilfe der gleichschwebenden Aufmerksamkeit, die vor allem die Emotionalität als Teil unseres aktiven wie passiven Lebens in den Erkenntnisprozeß integriert, bemüht sich der Psychoanalytiker um das Erhaschen des Unbewußten und seiner »alternativen, nicht prozessierten Sinnpotentiale« (S. 219), also um Deutungsoptionen und Gegensatzbildungen zu häufig rasch verfestigten »selektiven Sinnkonstruktionen« anderer Therapieformen. Solche emotionalen Erfahrungen sind in Texten situativ und szenisch stets repräsentiert (S. 300, 306). Jedoch werden sie als Vorformen von Gedanken (Bion) häufig nur erspürt und nicht wirklich aktualisiert. Oder sie werden vermieden (S. 313). Das heißt: Erahntes wird wieder verleugnet. Zu seiner Hebung und Auffaltung bedarf es nicht nur der psychoanalytischen Haltung, sondern auch — das ist Königs These — der Explikation der stets am Erkenntnisprozeß mitwirkenden »selektiven Filterwirkung von Modellen« (S. 284).
Königs Arbeit ist eine aufwendig angelegte, hochdifferenziert gedachte und sorgfältig durch immer ne