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Das psychoanalytische Konzept des Narzißmus ist eine Herausforderung geblieben, seit Freud 1914 dessen Einführung in früheren Arbeiten kommentiert und thematisch erweitert hat. Die umfangreiche Literatur zum Thema macht schwindeln und ermüdet allmählich durch Redundanz. Es ist der Untertitel von Altmeyers Monographie, »Ein intersubjektives Verständnis der Selbstbezogenheit«, die meine Neugier weckte. Der Begriff der »Intersubjektivität« ist mittlerweile zum Modewort avanciert und sein inflationärer, oft wenig reflektierter Gebrauch zwingt, genau hinzusehen, wie ein Autor den Begriff gebraucht, der inzwischen — Mode hin, Mode her — unverzichtbar geworden ist.
Das Buch, dies vorweg, ist interessant, informativ und leserfreundlich. Was Altmeyers Zugriff von den gängigen Theoretikern des Narzißmus, d. h. in erster Linie von Grunberger, Kernberg und Kohut unterscheidet, ist seine Konzentration auf die metapsychologische Ebene, auf der er das Hauptproblem der psychoanalytischen Narzißmustheorie ortet. Die klinische Dimension der sog. narzißtischen Störungen streift er lediglich in einem kurzen Kapitel (S. 30ff.). Er entzieht sich explizit dem selbstreferenziellen Theorie-Empirie-Zirkel und macht en passant ein paar treffende Bemerkungen zur gängigen Praxis vieler psychoanalytischer Autorinnen und Autoren, zur Begründung theoretischer Erklärungen Ausschnitte aus der analytischen Arbeit herbeizuziehen, und berührt damit ein heikles Dilemma psychoanalytischer Forschung (S. 18f.).
Auch wenn der Autor sein Buch in vier größere Abschnitte gliedert, besteht es eigentlich aus zwei Hauptteilen. Die Zäsur bildet der »intersubjective turn«. Im ersten Abschnitt legt er dar, was er als das Dilemma der Narzißmus-Theorie begreift. Den Ursprung des Dilemmas, der Konfusion gar, ortet er — selbstverständlich — bei Freud. Nicht weniger als vierzehn Bedeutungsvarianten macht er in Freuds Werk namhaft, die jedoch alle letztlich auf die Frage »Monadologie oder Umweltbezogenheit« des Narzißmus zu