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Winnicott ist einer der am meisten zitierten Autoren in der psychoanalytischen Literatur, sein Begriff eines »wahren Selbst« bleibt zumeist unrezipiert. Und das ist verständlich, weil dessen ideale Beiklänge dem Idealich, nicht dem »wahren« als »real self«, zugeschrieben werden. Das wahre Selbst scheint einer anderen Philosophie zu entstammen als der, die der Psychoanalyse zugrunde liegt. Winnicott hat das nicht ausgearbeitet. Auch die Selbstpsychologen in der Nachfolge Kohuts suchen eher Brücken zu den Neurowissenschaften, der Entwicklungspsychologie und Systemtheorie als zu einer Philosophie des Selbst. Nahe bei der Psychoanalyse sind noch die Erweiterungen des Selbst im Gefolge der Internetkultur (Sherry Turkle, Leben im Netz, ); an Winnicott reichen sie nicht heran.
Gehen wir von Winnicott aus und wagen den Schritt in eine Philosophie, die dem wahren Selbst angemessen ist, so sind wir im Neuplatonismus und im Deutschen Idealismus (um von indischer Atmanphilosophie zu schweigen), d. h. zunächst bei Plotin (vgl. H. Stein, Plotin und Freud. Z Klin Psych Psychother 30, 1982, 293-307). Hier ermöglicht die »Vergewisserung des eigenen »wahren Selbst« […] das Bewußtsein absoluter Transzendenz« (S. 12). In Winnicotts Aussage, das wahre Selbst sei »for ever silent«, könnten wir mit einigem guten Willen einen Augenblick der Erfahrung des Nicht-Sagbaren (S. 109) als »vernunftbegründetes Schweigen« (S. 111), des »Denkens des Einen« (S. 11) erblicken, dem die Arbeiten Beierwaltes gewidmet sind. Beierwaltes