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Tatsächlich ist es ein kleines Wunder der medialen Durchsetzungskraft, in welch kurzer Zeit die Begrifflichkeiten der Qualitätssicherungs-Debatte in aller Munde geraten sind. Alle geben sich überzeugt, daß man Qualitätssicherung braucht, alle kennen den jeweiligen neuesten Stand der Debatte in ihrem
besonderen Bereich, alle wissen um die Notwendigkeit von QM und QS, kennen Formeln wie ISO 9000, unterscheiden Struktur, Prozeß- und Ergebnisqualität, kennen Kontroll- und Ergebnisansatz, fordern Partizipation und Empowerment.
Tatsächlich? Auf der Hinterbühne der so schön aufgeführten Qualitätsdiskussion spielt sich manches anders ab. Mitarbeiter äußern sich eher skeptisch, hinter vorgehaltener Hand sogar ablehnend; diejenigen, die ihre Dissertationen darüber schreiben, verwünschen manchmal den Unsinn, dem sie sich verschrieben haben.
In dieser Situation ist es klärend, die beiden hier besprochenen Bände in die Hand zu nehmen. Speck, renommierter Heilpädagoge aus München, macht aus seiner Skepsis gegenüber den meisten der im Schwange befindlichen QS-Programme kein Hehl, soweit industrieanaloge Effizienzorientierungen auf den sozialen Bereich übertragen werden sollen. Er fragt richtig, ob es denn bisher keine Qualität gegebenhabe? Und leitet sein Buch mit der Feststellung des Widerspruchs ein, daß einerseits mehr Qualität gefordert wird, andererseits eben dadurch gespart werden soll. Dann durchwandert er mit dem Leser das Feld der Ökonomie, durchleuchtet kritisch die Behauptung der sozialstaatlichen Verarmung angesichts ungeheuren gesellschaftlichen Reichtums und klärt kenntnisreich, daß Qualitätssicherung ein schönrednerisches Wort für die Ökonomisierung sozialer Beziehungen in vielen Fällen ist. Dessen Folge ist die an Marktkriterien entschiedene Konkurrenz sozialer Einrichtungen mit dem Ziel, ineffiziente Kosten und ganze Einrichtungen einzusparen. Klar wird dagegen argumentiert, daß soziale Beziehungen sich nicht vermarkten lassen, daß eine Gesellschaft aufgefordert