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Marius Neukoms Arbeit basiert auf einem ungewöhnlichen Versuch, die Wirkung eines literarischen Textes psychoanalytisch zu erforschen. Ein einzelner Mikrogrammtext von Robert Walser wurde einigen LeserInnen vorgelegt und diese nach ihren spontanen Reaktionen auf die Lektüre befragt. Der Rahmen einer halbstrukturierten, konfrontierenden Interviewsituation provozierte sehr persönliche Reaktionen auf den Text, die daraufhin untersucht wurden, inwiefern sie als gegenübertragungsähnliche Muster Aufschluß über die Dimension des Unbewußten im Prozeß der Rezeption geben und solcherart in den Dienst der Erforschung des Textes gestellt werden können. Mit Hilfe der Ergebnisse aus einer literaturwissenschaftlich orientierten, strukturellen Erzähltextanalyse gelang es, emotional bedeutsame Themenkomplexe und Rezeptionsmuster freizulegen sowie versteckte, an den Leser gerichtete Rollenangebote herauszuarbeiten.