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Heft 3 des Jahrganges hat sich das Verhältnis zwischen Psychoanalyse und Psychiatrie zum Thema genommen. Was verbindet und was trennt sie? In welchem Verhältnis stehen sie zueinander und gegeneinander? Dieser Frage wollten die Redaktionen der Tijdschrift voor Psychoanalyse und der Tijdschrift voor Psychiatrie nachgehen. Das unbestritten hohe Ansehen, das die Psychoanalyse in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts hatte, hat einen schweren Einbruch erlitten. Die jüngere Generation der Psychiater ist mit dem Gedankengut der Psychoanalyse nicht mehr vertraut. Die Psychoanalyse muß sich bewegen und realisieren, daß sich in der psychotherapeutischen Praxis Veränderungen vollziehen, an denen sie nicht vorbeigehen kann, will sie sich nicht isolieren und in eine therapeutische Außenseiterposition geraten. Sie muß etwas unternehmen, um sich wieder ins Bewußtsein der Psychiater zurückzubringen, und zeigen, was sie geleistet hat und noch zu leisten imstande ist.
Von den zahlreichen Beiträgen von Psychoanalytikern und Psychiatern konnten aus Platzgründen nur sieben übernommen werden. Die Autoren mußten sie kürzen, was sich mitunter an allzu knappen Ausführungen störend bemerkbar macht.
Da in den Arbeiten auf zwei methodische Begriffe Bezug genommen wird, will ich sie vorab kurz erklären. Die evidenzbasierte Medizin/Psychiatrie (evidence-based medicine/psychiatry) gilt zur Zeit als der (angeblich) beste Garant wissenschaftlich zuverlässiger Heilkunde. Dafür sollen Qualitätskontrolle und -management sorgen, indem das Handeln durch ständige wissenschaftliche Untersuchungen auf seine Richtigkeit untersucht und ausgefeilt wird. Die dabei verwandte Methode ist die randomisierte Studie (clinical randomised trial), in der Standards zugrunde gelegt werden, die eine Vergleichbarkeit unterschiedlicher Behandlungsmethoden ermöglichen sollen. Genau hier zeigt sich das Dilemma der Psychoanalyse, die, in klassischer Form durchgeführt, mit dieser Methode nicht zu erfassen ist.
: Psy