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Louis Malles Film Verhängnis erschüttert uns, erzählt er doch eine tragische Geschichte, die unserem von universalen ödipalen Regungen und Phantasien bevölkerten Unbewußten nicht fremd ist. Dies ermöglicht die Identifikation des Zuschauers mit den Protagonisten des Films, die von so dunklen wie mächtigen Kräften beherrscht werden und sich einer inzestuösen Leidenschaft hingeben, in der Erotik und Zerstörung ununterscheidbar sind.
Aus der Sicht der Psychoanalyse wird das menschliche Individuum vom Unbewußten und von seinen Trieben bestimmt, in denen sich der Gegensatz von Eros und Thanatos manifestiert. In seinen ersten theoretischen Überlegungen sah Freud die psychischen Vorgänge durch das Lustprinzip reguliert; später jedoch, 1920, erkannte er das Wirken eines selbstzerstörerischen Triebs, das ihn zu der Annahme eines »Jenseits« dieses Prinzips brachte. Was er Todestrieb nannte, zeichnet sich durch das Streben nach Aufhebung aller Spannung, nach völliger Befriedigung aus. Dieser Nullpunkt bedeutet die Abschaffung jeglicher Begrenzung und jeglichen Maßes, die Auflösung von Subjekt und Objekt in einem grenzenlosen Nirwana. Diese Rückkehr zum Nichts ist die ursprünglichste Tendenz des Triebs.
Dem Todestrieb setzt sich der Eros oder Lebenstrieb entgegen, der auf die Aufrechterhaltung der Bindung und der Objekte zielt und bestrebt ist, die tödliche Tendenz zur vollständigen, unmittelbaren Entladung aufzuhalten und die Triebenergien in eine Funktionsweise zu kanalisieren, die dem Lustprinzip und einer kulturellen Realität untergeordnet ist, die auf dem den Inzest verbietenden und einen Ort in der Generationsabfolge zuweisenden ödipalen Gesetz gründet. Gerade die psychoanalytische Praxis versucht, die Tendenz zur unmittelbaren Entladung in Handlung in Schranken zu halten, um Phantasie und Denken zu fördern und damit die Kommunikation und die Sicherung des psychischen Raums zu ermöglichen.
Stephen Fleming (Jeremy Irons) ist ein Staatssekretär mit a