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Thomas H. Ogdens Werk Analytische Träumerei und Deutung ist ein aufregendes Buch. In acht Kapiteln spannt es einen Bogen von Betrachtungen zur »Kunst der Psychoanalyse« über Ausführungen
zur Behandlungstechnik einschließlich ausführlicher kasuistischer Darstellungen bis hin zum psychoanalytischen Lesen/Hören dreier Gedichte von Robert Frost. Allen Kapiteln gemeinsam ist der sorgfältige Gebrauch und die luzide Reflektion der Sprache des Analytikers, in der Ogden unser wichtigstes Werkzeug sieht, um »in der Sprache das Erlebnis menschlicher Lebendigkeit zu schaffen« (S. 5).
Mit seinem Text beabsichtigt Ogden für Autor und Leser einen Spielraum zur Verfügung zu stellen, in dem Erfahrungen von Lebendigkeit/Leblosigkeit, menschlich/pervers, aufrichtig/unaufrichtig, möglich werden. Er will den Leser »die lebendigen Töne der Sprache« (R. Frost) erleben lassen und zeigen, daß es in der Analyse ankommt auf einen »Gebrauch von Sprache, bei der man ein Wagnis eingeht« (S. 11), auf den Versuch, »dramatisch« zu sprechen, d. h. vertraut und persönlich.
Auch uns als Lesern begegnet Ogden dramatisch zuspitzend. Aber dann gelingt ihm auch wieder eine Erweiterung der Perspektive durch den Vergleich analytischen Erlebens mit einem »Stoff […], gewoben aus Kett- und Schußfaden von Lebendigkeit und Leblosigkeit, von Zurückgezogenheit und Kommunikation, von Individualität und Intersubjektivität, von dem scheinbar Normalen und dem zutiefst Persönlichen, von der Freiheit zum Experimentieren und einer Fixiertheit auf existierende Formen, von einer Liebe zu einer phantasievollen Sprache als Selbstzweck und der Verwendung von Sprache als Mittel zum Zweck der Therapie« (S. 15). Ogdens Ausführungen sind ein Plädoyer für Bewegung, Offenheit, Mehrdeutigkeit, Neugier, Versuch.
Das zeigt Ogden in vielen klinischen Diskussionen eigener Behandlungs- oder Supervisionsfälle. Er nennt als Basis für seine Vorstellungen Winnicotts Konzept des »Ortes, an dem wir leben« und »Bions Vorstellung, daß der Analytik