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Versuche der Zusammenführung von Psychoanalyse und Gesellschaftstheorie haben inzwischen Tradition. Sieht man einmal vom Freudomarxismus ab, so stammen die wichtigsten Beiträge hierzu von den Autoren der ersten Generation der Kritischen Theorie sowie von T. Parsons im Rahmen seiner strukturellfunktionalen Theorie der Handlung. Später kamen dann Habermas und die kritische Theorie des Subjekts (Horn, Dahmer, Lorenzer) hinzu. An diese Tradition knüpft nun die zwischen Whitebook und Honneth geführte Kontroverse sehr selektiv bzw. unmotiviert partikularistisch an.
Zunächst möchte ich Honneths nicht näher erläuterte These bestreiten, die von der frühen Kritischen Theorie »bewerkstelligte Kooperation« mit der Psychoanalyse besitze »durchaus etwas Zufälliges« (2001b, S. 238). Andererseits ist die Begründung dieser Kooperation tatsächlich nicht mit dem Verweis »auf die Überlieferung der Schriften von Adorno oder Marcuse« besiegelt, sondern - da ist Honneth zuzustimmen - immer neu zu erbringen. Aber die neuen Unzulänglichkeiten der intersubjektivistischen Psychoanalyserezeption, auf die ich noch zu sprechen komme, können ihrerseits, so würde ich behaupten, im Blick auf diese Tradition durchaus klargemacht werden. Meines Erachtens haben die Autoren der Kritischen Theorie, für die die Erfahrung des Nationalsozialismus und dessen politischer und gesellschaftlicher Funktionalisierung von Destruktivität maßgeblich war, das Beharren auf der Freudschen Triebtheorie - Honneth erwähnt dies zu Beginn seines Kommentars - als Bollwerk der Anpassung an und Vereinnahmung durch Gesellschaft tendenziell mehr auf Eros gestützt. Denn es sollte ja Grundlage einer vorwärtsgerichteten, utopieträchtigen Gegensozialität sein, die vom Leiden am Bestehenden und dem daraus hervorgehenden Aufbegehren geprägt war. Auch wenn sich Whitebook dem vermutlich nicht verschließen würde, ist sein Akzent doch deutlich anders gesetzt. Mehr als je in der Kritis