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Vierzig Jahre nach dem Tod Melanie Kleins - sie starb am 22. September 1960 in London -, hat der Verlag frommann-holzboog gemeinsam mit der Herausgeberin Ruth Cycon und unter Mitarbeit von Hermann Erb die anspruchsvolle und längst überfällige Aufgabe unternommen, den deutschsprachigen Lesern Kleins gesamtes Werk zugänglich zu machen. Es handelt sich nur teilweise um Übersetzungen, da Melanie Klein, die 1882 in Wien geboren wurde, auch nach ihrer Londoner Übersiedlung 1926 einige Artikel auf deutsch verfaßte, die dann ins Englische übersetzt wurden und gleichzeitig erschienen. Ihre umfangreichen Notizen zu den einzelnen Analysen, die sie jeweils nach Ende der Stunde erstellte, wechseln zwischen Deutsch und Englisch.1 In sorgfältiger Arbeit wurden alle zu Lebzeiten und postum veröffentlichen Texte erfaßt, auch solche, die in der englischen Standardausgabe, The Writings of Melanie Klein, nicht enthalten sind.
Das Erscheinen der Gesammelten Schriften zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist Ausdruck einer Renaissance des Kleinianischen Denkens und verweist zugleich auf die revolutionäre Weiterentwicklung der psychoanalytischen Theorie und klinischen Technik. In den USA wie in Deutschland ist in den letzten Jahren die Entwicklung des kleinianischen Denkens in London nachgezeichnet worden (Schafer 1997; Schoenhals 1994). Julia Kristeva (2000) widmet Melanie Klein den zweiten Band ihrer Reihe über das »weibliche Genie«. Die Zeitschrift Kinderanalyse stellt im »Englischen Heft« (2. Heft 2001) die englische Kinderanalyse vor, wobei vorrangig die kleinianische Richtung präsentiert wird. In der edition diskord erscheint eine Schriftenreihe »Perspektiven kleinianischer Psychoanalyse«; sie enthält eine Einführung in Klein und Bion (Kennel u. Reerink 1997) sowie die Referate der von Michael Feldman, Ron Britton und John Steiner durchgeführten »Westlodge Konferenz« von 1995, 1996 und 1997 in deutscher Übersetzung (Britton, Feldman u. Steiner 1997, 1999, 2000).