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»[…] man muß tatsächlich den Kopf schütteln ob dieser Ahnungslosigkeit des Schriftstellers und der Unverfrorenheit des Verlags, der es natürlich längst besser wissen mußte« (Selg , S. 57).
Nichts scheint passender und nutzbringender für die Leserschaft zu sein, als anzuraten, sich dieses voranstehende Zitat zu Herzen zu nehmen und das hier rezensierte Buch im Regal des Buchhändlers stehen zu lassen. Man muß kein großer Kenner der Psychoanalyse sein, um nach kurzem Blättern zu bemerken, daß dieses Werk voll tendenziösen Inhalts steckt und der Autor Herbert Selg eine Form unwissenschaftlichen Arbeitens an den Tag legt, daß es einen schon wundern muß, solch eine Schrift überhaupt verlegt bekommen zu haben. Jeglicher Versuch, kritisch und wissenschaftlich fundiert an das Werk Freuds zu gehen, wird erstickt in boulevardverdächtigen Gerüchten, falschen, nicht nachvollziehbaren Anschuldigungen und einer unverständlichen, der freien Assoziation nahekommenden Werkinterpretation. Auch wenn sich Selgs Arbeit in die endlosen Reihen ähnlicher »Freud-bashing«-Literatur mühelos einordnen läßt, so hängt an diesem Buch auch eine Mitverantwortung für kommende Studentengenerationen, für die es geschrieben zu sein scheint. Und für letztere habe ich mir die Mühe dieser Rezension gemacht.
Dem einleitenden Autorenbericht zufolge, wurde das Buch als Ergebnis einer Freud-Vorlesung niedergeschrieben. Selgs kleine Einführung erstreckt sich über das gesamte Schaffen Freuds, von der kurz umrissenen Kindheit, Jugend und dem jungen Erwachsenenalter zu Beginn der Psychoanalyse bis hin zum Alter und seiner letzten, unvollendeten Schrift Abriß der Psychoanalyse . Die Hauptaussage dieses Buchs über die psychoanalytische Theorie kann in einem Satz zusammengefaßt werden: »[…] die Psychoanalyse ist gewiß so unsterblich wie andere Märchen auch« (S. 105). Diese Behauptung wird mittels zahlreicher falscher Zitate, diverser Sekundärzitate, fehlender Fußnoten, falscher Werkangaben, fehlender Quellenangaben, fa