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In ihrem längst zum Standardwerk avancierten Lehrbuch der Psychoanalytischen Therapie plädieren Thomä und Kächele für eine Theorie der Psychoanalyse, die sich an Stelle »metapsychologischer Pseudoerklärungen« auf psychologische und tiefenpsychologische Hilfsvorstellungen stützt. Die Autoren stehen mit dieser Auffassung nicht alleine. Innerhalb der Zunft wird die Entsorgung der Freudschen »Hexe« heftig diskutiert, die Versuchung, die Psychoanalyse mit Hilfe vermeintlich objektiver Methoden empirisch zu fundieren und damit zu einer Wissenschaft vom Allgemeinen zu machen, ist allenthalben groß.
Als umfassende Replik auf diese Tendenz, die der Psychoanalyse ihren ureigenen wissenschaftstheoretischen Boden des Begreifens zwischen Forschen und Heilen unter den Füßen wegzieht, läßt sich das von Siegfried Zepf vorgelegte Lehrbuch lesen. Grundsätzlich macht er noch in der Einleitung klar, daß die metapsychologischen Begriffe der Psychoanalyse weder der Biologie entstammen noch Spekulationen oder Metaphern sind, sondern verständige Abstraktionen aus der individuellen psychischen Realität der Subjekte. Diese, die Zepf durchgängig als Repräsentanzwelt bezeichnet, ist der alleinige Gegenstand psychoanalytischer Theorie und Praxis, der mit den metapsychologischen Konzepten begriffen werden kann: »Sie ziehen in die Repräsentanzwelt Perspektiven ein, in denen sie zu untersuchen ist.« Diese Perspektiven nicht - wie es die Psychoanalyse selbst immer wieder in die Verzweiflung getrieben hat - unverbunden neben- und auseinanderlaufen zu lassen, sondern inhaltlich miteinander zu verschränken zu einer integrierten Theorie der Bildung, neurotischen Deformierung und psychotherapeutischen Behandlung des Subjekts - nicht weniger als diesem Anspruch stellt sich Zepf in seinem voluminösen Werk.
Am Beispiel vom Neuentwurf des Verhältnisses von Trieb und Narzißmus läßt sich die Intention und Methode Zepfs zeigen. Mit Alfred Lorenzer, dessen »Theorie der Interaktionsformen« er neben Freud als durch