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Die Psychoanalyse hat sich seit ihrer Begründung vor mehr als 100 Jahren in vielfältiger Weise verändert. Dabei wurde der Kontakt zu anderen Disziplinen aufgrund ihrer institutionellen und organisatorischen Besonderheiten nicht immer so gepflegt, wie dies wünschenswert gewesen wäre. In den letzten Jahren ist nun, zum Teil unter zunehmendem Legitimationsdruck, der interdisziplinäre Dialog verstärkt angestrebt und aufgenommen worden. Dieser Dialog bezieht sich nicht nur auf die therapeutischen, sondern auch auf die theoretischen Grundlagen der Psychoanalyse, die den Schwerpunkt des vorliegenden Buches bilden. In einem umfassenden Zugriff behandelt es eine Fülle von Bezügen zu Nachbardisziplinen.
Die beiden Einführungskapitel von Giampieri-Deutsch und Burian informieren in gut lesbarer Weise über die Anlage des Buchs, benennen die institutionellen Schwierigkeiten einer Verwissenschaftlichung der Psychoanalyse und machen Vorschläge für notwendige Änderungen.
Teil I (mit Beiträgen von H.-D. Klein, A. Stephan, M. Kurthen, O. Breidbach und der Herausgeberin) behandelt ein bisher weitgehend vernachlässigtes Gebiet, nämlich die möglichen Beziehungen der Psychoanalyse zur Philosophie des Geistes, und ist insofern der innovativste. Die genannten Autoren beleuchten die Beziehung zwischen Psychoanalyse und Philosophie des Geistes aus unterschiedlichen Blickwinkeln und zeigen u.a., daß die Psychoanalyse, üblicherweise als Theorie des Unbewußten verstanden, auch eine Theorie des Bewußtseins liefern bzw. von einer solchen profitieren kann. Dabei ist der Beitrag von Kurthen der ambitionierteste. Er versucht das Unmögliche, nämlich Lacan und die Kognitionswissenschaften zusammenzuspannen. Das ist ein aufregendes Unterfangen und aller Ehren wert, mißlingt aber insofern, als die Ausführungen des Autors extrem kondensiert und für den interessierten Laien auch beim besten Willen kaum noch verständlich sind. Teil II behandelt die Beziehung zwischen der Psychoanalyse und den Neurowissenschaf