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Im Mittelpunkt der psychoanalytischen Theorien zur Weiblichkeit der 70er bis 90er Jahre stand vor allem die Mutter-Tochter-Beziehung; der sexuell erotische Gehalt der Vater-Tochter-Beziehung kam, abgesehen von dem Extremfall des sexuellen Mißbrauchs, kaum zur Sprache. Diese Lücke will die Autorin beginnen zu füllen, indem sie - ausgehend von einer intersubjektiven Perspektive - die Ergebnisse einer empirischen Studie vorstellt, in der Interviews mit 13- bis 19jährigen Mädchen und jungen Frauen sowie ihren Müttern und Vätern bzw. Stiefvätern psychoanalytisch-hermeneutisch interpretiert werden. Im Zentrum stehen die körperbezogenen und sexuellen Phantasien, die durch die Veränderungen in der Adoleszenz - das Wachsen der Brüste, die Veränderungen der Genitalien, die erste Regelblutung, die neue Qualität sexueller Wünsche - ausgelöst werden und die nicht nur bei den Mädchen und jungen Frauen mit Erschütterungen bisheriger psychischer Balancen einhergehen, sondern auch bei den Erwachsenen beträchtliche Verwirrungen hervorrufen: die adoleszenten Wandlungsprozesse bedeuten eine Herausforderung für das gesamte familiale Gefüge.