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In den späten sechziger Jahren thematisierten Alexander und Margarete Mitscherlich die Unfähigkeit der Deutschen, über den Verlust ihrer nationalsozialistischen Ideale und Wertorientierungen, ihrer Toten, Vermißten und Verwundeten, über den Verlust an Heimat und Besitz, zu trauern, der auch ein Verlust an Ehre und Achtung, an »Unschuld« und Vertrauenswürdigkeit war. Viele der dagegen mobilisierten Abwehrmechanismen in der Generation der Täter und Täterinnen wurden dort bereits aufgezeigt: die Selbstentschuldung als Verführte und Opfer, die Derealisierung des Geschehenen und der Besetzungsentzug von den bisherigen Idealen und Ideologien, der Glaube an die Gesühntheit der Taten durch die erlittenen Verluste etc. Es bedurfte des Erwachsenwerdens der zweiten und dritten Generation, der Kinder und Enkel, ehe die seelischen Verwüstungen und Entwicklungshemmungen, die aus dieser unbewältigten Vergangenheit hervorgingen, allmählich sichtbar wurden. Und es bedurfte Koch-Wagner zufolge »einer die Generationen überdauernden Latenzzeit und begrenzter Fragestellungen, um das Bedrohliche und Ängstigende der Thematik auszuhalten und die Forschungsergebnisse nicht einseitig oder falsch zu interpretieren« (S. 8). Parins Begriff des »kulturellen Raums« nützt Koch-Wagner hier für die Interpretation subjektiver Entwicklungen in gesellschaftlich-zeitgeschichtlichen Kontexten und damit für die Integration von sozialpsychologischer und individualpsychologisch-psychoanalytischer Perspektive. Zugleich benennt sie als Ziel ihrer Untersuchung, den gegenwärtigen kulturellen Raum für die Aneignung der NS-Vergangenheit weiter zu öffnen, die hier die innere und reale Beteiligung der Mütter am Nationalsozialismus und deren durch NS-Ideologien bestimmtes Verhältnis zu ihren Kindern ebenso betrifft wie die Folgen des Kriegs und die Abwehr der Verarbeitung der traumatischen Erfahrungen von Niederla-ge, Bombardements, menschlichen und ideellen Verlusten für Mütter und Töchter. Letzteren wurde die Funk