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Mit dem vorliegenden Buch setzt Karin Flaake ihr wegweisendes Werk zur weiblichen Adoleszenz fort.
Anhand von Passagen aus Gesprächsprotokollen mit 13- bis 19jährigen Töchtern und deren Müttern und Vätern einerseits und der Literatur zur weiblichen Adoleszenz andererseits verfolgt Flaake die vielfältigen psychischen Veränderungen der Adoleszenz in ihren soziologischen wie psychoanalytischen Bedeutungen.
Der größte Teil des Buches ist der durch das Einsetzen der Menstruation angestoßenen Auseinandersetzung mit dem weiblichen Körper und der Sexualität gewidmet - als An- und Aufforderung an die Jugendliche, in die eigene Sexualität hineinzuwachsen. Die notwendige Auflösung der libidinösen Bindungen an die Eltern verändert die Familiendynamik sowie die realen Beziehungen der Töchter zu Mutter und Vater; sie bewirkt Entfremdung, führt aber auch zu neuen Verbindungen. Diese Veränderungen erzwingen jedoch nicht nur von der Tochter eine Neuorientierung, sondern auch von den Eltern; sowohl als Paar wie auch in ihrem je eigenen Lebensentwurf sind die Eltern adoleszenter Töchter mit ihrer gelebten sexuellen Geschichte bzw. mit dem Ungelebten und Verpaßten konfrontiert.
Entsprechend wird in den zitierten Gesprächsausschnitten einerseits die Trauer von Töchtern und Eltern angesichts des mit der ersten Menstruation sich ankündigenden Abschieds von der Kindheit deutlich, andererseits zeigt sich aber auch die nahende Ablösung und Entfremdung zwischen Eltern und Tochter aufgrund der Macht neuer sexueller Möglichkeiten. Die wesentlichen Aufgaben der Adoleszenz, »den eigenen Körper herauszulösen aus inneren Bindungen, aus Besetzungen durch andere, durch die Mutter und den Vater« (S. 98), und die damit einhergehenden Wandlungen der notwendig unterschiedlichen Beziehungen zu Mutter und Vater werden dank der zitierten Interviews in Form persönlicher Geschichten und Bilder lebendig und plastisch nahegebracht.
Als weiteres Thema der Adoleszenz werden die ersten realen sexuellen Erfahrungen in