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Das vorliegende Buch handelt von männlicher Geschlechtsidentität. Seine Lektüre fordert dazu heraus, sich der eigenen Geschlechtsidentität zu vergewissern. Weshalb liest eine Frau dieses Buch? Brauchen Frauen die Auseinandersetzung mit männlicher Identität? Die Entwicklung der feministischen Theorie und der Geschlechtertheorie bestätigt dies. Exemplarisch möchte ich hierzu auf Heft 22/2000 der Zeitschrift Die Philosophin zum Thema Männer/Männerforschung hinweisen. Frauen können die Auseinandersetzung mit der Geschlechterdifferenz nicht alleine leisten. Sie können allerdings den kritischen Anstoß dazu geben. Peter Roos hat diese Herausforderung feministischer Wissenschaft und weiblicher Lebenspraxis angenommen. »Ja, ich will«, scheint er geantwortet zu haben und hat damit gleich die ganze feministische Theorie geheiratet. Nein, so einfach ist das Geschlechterverhältnis nicht zu gestalten, auch nicht in Literatur und Theorie. Es ist vielleicht ein »Ja, ich muß« gewesen. Mann muß sich mit seiner Identität auseinandersetzen, wenn das Interesse an der Geschlechterdifferenz ein echtes, wahres, tiefes ist.
Du pinkelst ja im Sitzen ist zweifellos ein provozierendes literarisches Schriftwerk. Jedoch prägen den Roman auch Ernsthaftigkeit und Forscherlust, die einer wissenschaftlicheren Einstellung entgegenkommen. Eine gewisse Schwierigkeit bestand für die Rezensentin darin, daß einige Aspekte der innigen und schwierigen Männerfreundschaft von Florian und Paul ihr als Frau entgehen müssen. Sie kann das nicht beurteilen. Doch das Buch fordert auch dazu heraus, sich mit der eigenen Identität auseinanderzusetzen, mehr sogar, als dies manch wissenschaftliches Werk könnte. Schließlich herrscht Feindschaft zwischen Mann und Frau. Nicht freiwillig, nicht immer. Es gelingt, das zeigt auch manche Stelle des Männerbriefromans, immer wieder Räume zu schaffen, diese Feindschaft zu umgehen oder zu überwinden. Dennoch ist der Mann, insofern patriarchalische Strukturen herrschen- oder seien e