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Das Leben Sigmund Freuds sowie die Frage nach dem Einfluß seines biographischen Hintergrunds auf sein Werk ist im Laufe der Zeit zum Gegenstand vieler Abhandlungen geworden. Freud selbst versuchte im Blick auf seine zukünftigen Biographen bereits zu Lebzeiten Einfluß darauf zu nehmen, was der Nachwelt an Dokumenten zur Verfügung stehen sollte. Er vernichtete Briefe und Manuskripte, die er der Öffentlichkeit nicht zugänglich machen wollte.
Nun sind es aber gerade die Auslassungen und die Widersprüche, die den psychoanalytischen Blick aufmerksam werden lassen auf verborgene Zusammenhänge, die im Unklaren bleiben wollen bzw. sollen. Die französische Psychoanalytikerin Gabrielle Rubin nimmt eine Reihe von Unstimmigkeiten und offenen Fragen in Freuds Lebensgeschichte und Werk zum Ausgangspunkt dafür, diese aus der Perspektive des Freudschen Konzepts des Familienromans zu betrachten. Was ihr zu denken gibt, sind Ungereimtheiten, die Freud selbst, den man ansonsten als scharfsinnigen und sich selbst gegenüber auch schonungslosen Analytiker kennt, offensichtlich nichts zu denken gaben. Ihr geht es dabei nicht, wie sie mehrfach betont, um die Aufklärung