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Am 7. und 8. Juni fand in Fulda ein bemerkenswertes Experiment statt. Rolf Klüwer und Rudolf Lachauer hatten zu einer Tagung über den Fokus und seine Anwendungen eingeladen, und wenn schon nicht alle, so kamen doch sehr viele. Zumindest mehr, als die Veranstalter erwartet hatten. Ein Fragebogen am Ende des als einmalige Veranstaltung gedachten Experiments ergab, daß sich bis auf eine Person alle eine Fortsetzung wünschten.
Die Einheitlichkeit dieser Meinung hatte wohl mannigfache Gründe. Einmal ist deutlich geworden, daß viele Personen nach effizienten kurzen Verfahren suchen, weil ihre Arbeitswelt in den Beratungsstellen, Kliniken, Ambulanzen und zunehmend in ihren Praxen nichts anderes erlaubt. Zum anderen haben viele wohl zu Recht das Gefühl, daß die bestehenden Ausbildungsinstitutionen ihnen dieses Wissen vorenthalten oder es selbst nicht haben. Schließlich ist deutlich geworden, daß man dieses Wissen in zwei Tagen nicht lernen kann. Viele würden also wiederkommen, um richtig praktisch geschult zu werden. Allerdings stellte sich dem Berichterstatter schnell die Frage: Worin denn? Denn sowohl die theoretischen als auch die praktischen Veranstaltungen machten deutlich, daß es schwerfallen dürfte, etwas konzeptuell Einheitliches anzubieten. Beispielsweise wurde als Praxis angeboten dreimal »Übungen im Fokussieren« anhand von Fällen und zweimal die Anwendung von mehr oder weniger vorgegebenen Foki auf alle möglichen Fälle. In der ersten Gruppe konnte ich eigentlich keine wesentlichen Änderungen der Diagnostik und Behandlungsplanung zur normalen Fallpraxis erkennen, sieht man davon ab, daß es in zwei Fällen schnell gehen mußte und daß die Vorgehensweise wohl sorgfältiger war, als man sie sonst im therapeutischen Alltag erwartet. Das mag auch daran liegen, daß ein wesentlicher Gewinn des fokalen Vorgehens, so wie es dargestellt wurde, die Beteiligung von vielen engagierten Personen ist. Zu Beginn haben alle eine Fülle von Ideen und Hypothesen, und im Verlauf der Diskus