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Hatte Eissler sich 1985 noch höflich gewundert, »daß die immer noch bedeutende Ambivalenz gegen Freud bei Vorträgen, Reden und dergleichen zu mehr Fehlleistungen führt, als statistisch zu erwarten wäre« (Texte 5, 455-462), so gibt er in dem seither, von anderen Vorhaben unterbrochen, bis zu seinem Tod am 17. Februar 1999 geschriebenen, aus dem Nachlaß von Emanuel Garcia und Michael Meyer herausgegebenen Buch den Chor der Kritiker, die Freud zu einer běte noire zu machen versuchen, als modernes FBI, Freud Bashing International, satirisch dem Gespött preis. Eissler erinnert im Vorwort an die Verfasserschaftsdebatte »Is Shakespeare dead?«, in der Mark Twain 1909 die abenteuerlichen biographischen Mutmaßungen - »könnte gewesen sein«, »sollte gewesen sein« usw. - mit der Spärlichkeit der bekannten Fakten kontrastierte, und fragt, was Mark Twain zu Marianne Krülls Überzeugung gesagt hätte, auf dem Weg von Tysmenitza in der Ukraine nach Freiberg in Mähren habe sich zugetragen, was Jahrzehnte später - »so muß es gewesen sein« - Jakob Freuds berühmten Sohn zwang, die Verführungstheorie zu widerrufen. Es waren die tiefen Ärgernisseder Verkennung des wahren Gehalts der Verführungstheorie durch Masson, Miller, Krüll, Schatzman u. a. und des falschen Anspruchs, Freuds Gründe für den Widerruf zu kennen, die Eissler bewogen haben zu schreiben, auch wenn er pessimistischerweise seine Widerlegung der Fehlauffassungen für nutzlos hielt. Seiner eigenen Verwunderung darüber, daß Freud in die Grille der Verführungstheorie geriet und wieder herausfand, gibt Eissler mit dem schönen Motto Ausdruck, das er Goethes Autobiographie Aus meinem Leben entliehen hat: »Aber daß ich das über meine Kräfte Ergriffene durchzuarbeiten, das über mein Verdienst Erhaltene zu verdienen suchte, dadurch unterschied ich mich bloß von einem wahrhaft Wahnsinnigen. Erst war ich den Menschen unbequem durch meinen Irrtum, dann durch meinen Ernst. Ich mochte mich stellen, wie ich wollte, so war ich allein.«
Vor der B