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Franz Maciejewski unternimmt in diesem Buch nichts Geringeres als den Versuch, die Psychoanalyse Freuds, und hier wiederum insbesondere seine Aussagen über die Universalität des Ödipuskomplexes, auf das Trauma der Säuglingsbeschneidung zurückzuführen und damit die jüdischen Wurzeln der Psychoanalyse offenzulegen. In der Freudschen Psychoanalyse werde dieses unbewußte jüdische Trauma verschleiert. Die von Freud beschriebene universelle Geltung des Ödipuskomplexes diene der Unsichtbarmachung dieses Ursprungs. Dabei geht es Maciejewski nicht darum, die allgemeine Geltung der Psychoanalyse in Zweifel zu ziehen. Sein Ziel ist vielmehr, die Freudschen Thesen zurechtzurücken, indem er Freuds Texten seinerseits mit der Methode der Psychoanalyse zu Leibe rückt, um aufzudecken, was dort der Verdrängung anheimgefallen ist. Er tut dies - selber Psychoanalytiker - nicht nur mit großem psychoanalytischen Sachverstand, sondern aus der Überzeugung heraus, die Psychoanalyse auf dem Weg weiterzuführen, den Freud eingeschlagen hat, aber aufgrund seiner eigenen traumatischen Vorprägung nicht bis zu Ende gehen konnte. Dieses Vorhaben erscheint kühn. Und doch: Man kann das Buch kaum lesen, ohne sich mit fortschreitender Lektüre der Argumentation Maciejewskis in weiten Bereichen anzuschließen, aller anfänglichen Zurückhaltung zum Trotz. Jedenfalls ist es mir so ergangen.
Hauptanliegen Maciejewskis ist es, die von Freud vorgenommene Kurzschließung von Philo- und Ontogenese aufzubrechen und als Zwischenglied eine Ethnogenese einzuführen, mit der es möglich wird, das spezifisch »Jüdische« an der Freudschen Psychoanalyse herauszuarbeiten und von anderen Kulturen abzuheben, die nicht durch das Trauma der Säuglingsbeschneidung gezeichnet sind. Denn die Säuglingsbeschneidung erzeugt - so Maciejewski - eine ganz spezifische, unwiderruflich in den Körper eingebrannte, von Generation zu Generation weitergegebene Hörigkeit gegenüber dem Vater, der hier vor allem als Kastrator auftritt. Die Kastration