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Richard D. Chessick, Psychiater und Analytiker, Professor an der Northwestern University Evanston, gehört zu den profiliertesten Analytikern der USA. Dafür zeugen 15 Monographien und über 200 wissenschaftliche Artikel. Insbesondere seine Arbeiten zur Borderline- und narzißtischen Persönlichkeitsstörung haben Schule gemacht, ebenso sein Dictionary for Psychotherapists, worin dynamische Konzepte in der Psychotherapie abgehandelt werden. In weiteren Monographien stehen die unterschiedlichen psychoanalytischen bzw. psychodynamischen Behandlungskonzepte im Zentrum. Was Chessick im besonderen Maße auszeichnet, ist seine universale Bildung, u. a. eine profunde Kenntnis der phänomenologischen und existenzphilosophischen Richtungen, die im Bereich der Psychoanalyse und Psychotherapie in den USA ihresgleichen sucht. Dafür stehen u. a. die Monographien Great Ideas in Psychotherapy? von 1977 bzw. 1987 und What Constitutes the Patient in Psychotherapy von 1992.
Der jüngst erschienene Sammelband Psychoanalytic Clinical Practice vermittelt einen sehr guten Ein- und Überblick über die therapeutische Herangehensweise psychoanalytischer Orientierung hinsichtlich eines breiten Spektrums psychogener Erkrankungen wie narzißtische, schizoide und Borderline-Persönlichkeitsstörung, Psychosomatosen, Eßstörungen und Psychosen. Eine Arbeit setzt sich mit neueren Konzepten zur Zwangsneurose auseinander. Überlegungen zur Gegenübertragung, insbesondere wenn sie zu sexuellem Mißbrauch entgleist, zur Forderung fortgesetzter Selbstanalyse beim Analytiker und zu interessanten Fragen nach dem Grund des Scheiterns psychoanalytischer Therapie kommen hinzu. Der wichtigen Frage nach Wirkfaktoren psychoanalytischer Therapie, die Chessick schon 1969 in einer Monographie hinsichtlich der Psychotherapie überhaupt gestellt hat, wird ebenfalls in einem Abschnitt nachgegangen. Dabei verfolgt der Autor zwei Traditionslinien, einmal die Emphase auf Deutung, insbesondere der Übertragung, und die Zentrierung auf ges