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Sigmund Freud hätte sich gefreut.
Das Buch des renommierten empirischen Psychotherapieforschers Bruce E. Wampold kontrastiert die empirischen Befunde zu zwei Hintergrundmodellen, die die Forschung jahrelang angeleitet haben, selten aber explizit formuliert wurden. Wampold bezeichnet sie als »medical model« und »contextual model«. Das »medical model« ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet: a) Der Patient (oder Klient) hat eine Krankheit (ein Problem, eine Beschwerde), deren Symptomeals Zeichen einer zugrundeliegenden Störung gelesen und in eine diagnostische Taxonomie gruppiert werden; b) die Krankheit wird durch eine psychologische Hypothese erklärt; c) der »Mechanismus« der Veränderung oder Heilung wird dem speziellen psychotherapeutischen Ansatz zugerechnet und leitet sich aus der Hypothese ab; d) jedem therapeutischen Ansatz eignen spezifische therapeutische Ingredienzien; e) es gibt einen spezifischen Faktor des therapeutischen Ansatzes, der für eine spezielle Störung als wirksam identifiziert und letztlich in einer manualisierten Form beschrieben werden kann.
Das »contextual model« besteht aus anderen Momenten: a) Psychotherapie wird als emotional hochbesetzte Beziehungsform angesehen, die eine hilfesuchende Person vertrauensvoll mit einem professionellen Therapeuten eingeht; b) der Patient glaubt — und diese Überzeugung bzw. Hoffnung wird nicht zerstört —, daß der Therapeut tatsächlich hilfreich handelt; c) es gibt eine Art Plan oder Schema, vielleicht sogar einen Mythos, der eine plausible Erklärung für die Probleme liefert und d) schließlich eine Art Ritual oder Prozedur, sie zu bewältigen. Mit den beiden letzten Punkten ist gemeint, daß Psychotherapie durchaus nicht »wissenschaftlich validiert« sein muß; es können auch andere Mythen an die Stelle dieses einen treten.
Die Wurzeln des medizinischen Modells sieht Wampold beim frühen Freud, aber auch beim Behaviorismus und bei der von ihm beeinflußten Verhaltenstherapie (VT). Ein etwas weiter geführter histori