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Träume sind Manifestationen psychischer Prozesse, die im Schlafzustand ununterbrochen vor sich gehen und infolge zu großer Erregung (motivationaler und/oder affektiver) eine Form von »Erlebbarkeit« und (nicht immer) »Erinnerbarkeit« bekommen haben (vgl. Solms 1997, 1998, u. a.). Diese erlebten Teile werden von einer Art »Bewußtsein« gebündelt und zentriert. Ein Traum bildet deshalb nie alle Tätigkeiten des mentalen Prozesses ab. Der entstandene Ausschnitt bildet eine Mikrowelt, in der unerledigte Erregungszustände (körperliche, konflikthafte, traumatische) probeweise, simulativ nach einem bestimmten Regulierungsmuster erlebt werden; dies unter Abkoppelung des motorischen Verhaltens im Wachzustand. Die Hirnforschung hat nachgewiesen, daß im Hirn der größere Teil der Verschaltungen nicht direkt an Sinneseindrücke und sensomotorische Steuerungen gebunden ist. Man muß annehmen, daß eine Unzahl von solchen Mikrowelten entstehen, parallel und im Austausch untereinander. Der Traum ist nur eine dieser Möglichkeiten. Für einen Analysanden ist es wichtig zu wissen, daß immer wieder geträumt wird und ähnliche oder verwandte Elemente auftauchen, nur neu gemischt und anders organisiert. Die Mikrowelten der Träume bleiben untereinander über die immer wieder simulierte Problemverarbeitung verbunden. Jeder Traum hat auch ein für seine Welt simuliertes eigenes Selbst. Die Konstellation eines Selbst oder Ich ist eine notwendige Illusion (Roth 2002) für das Funktionieren mentaler Prozesse.
Der Traum ist eine simulierte Mikrowelt. Da ein Verständnis für das Phänomen der »Simulation« bei Analysanden und auch bei Analytikern schwer zu wecken ist, muß ich etwas weiter ausholen. Durch die Hemmung von Mikrowelten, die motorische Reaktionen (Abfuhr oder zielgerichtete Handlungen) regulieren (vielleicht auch durch die Hemmung