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Die »contemporary Kleinians« dominieren heute die Psychoanalyse in weiten Teilen der Welt, nicht nur in Lateinamerika, sondern auch im deutschen Sprachraum. Der intersubjektivistische oder selbstpsychologische Ansatz hat dagegen einen schweren Stand. Was ist das Faszinierende an den destruktiven Verstrickungen zwischen Patienten und Analytiker über projektive Identifizierung, Introjektion und Projektion, Zerstörung und Wiedergutmachung? Die Triebe als »mythische Wesen«? Das »Selbst« als Motor der seelischen Entwicklung? Die geheimnisvolle »Beziehung« zwischen zwei Menschen, die sich auf noch etwas Geheimnisvolleres einlassen wie den »psychoanalytischen Prozeß?« Läuft dieser auf »Rekonstruktion« der historischen »Wahrheit« oder auf die »Konstruktion« von »Dichtung« hinaus? Ist das reale Trauma die »Causa ultima« oder a priori vorhandene innere Phantasien?
Dies alles sind Fragen, die nicht nur die Mitglieder der psychoanalytischen Vereinigungen brennend interessieren; auch die Gesellschaft im ganzen bemüht sich um Vergangenheitsbewältigung, um Erinnerung an Taten und Untaten, damit dem unbewußten Wiederholungszwang effektiv vorgebeugt werden kann. Es muß mit diesen brisanten Fragen zu tun haben, daß gerade jetzt ein Buch eines fast vergessenen Analytikers aus England erschienen ist, der ein ganzes professionelles Leben lang Antworten auf die eingangs gestellten Fragen gesucht hat.
Es ist daher außerordentlich verdienstvoll, daß die beiden Analytiker Bernhard Hensel und Rainer Rehberger aus den verstreut publizierten und nur zum Teil in den Psychoanalytic Studies of the Personality vorliegenden Arbeiten Fairbairns eine Sammlung repräsentativer Arbeiten, in bewährter Weise von Elisabeth Vorspohl übertragen, in Buchform herausgebracht haben, auf die der Rezensent hier die potentiellen Leser neugierig machen will. Die einzelnen Kapitel sind chronologisch angeordnet, von 1940 bis 1963, und lassen den Leser die Entwicklung der teilweise revolutionären Ideen des Autors hautna