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Um eine spezifische Theorie der psychoanalytischen Psychosomatik ist es still geworden. War die empirische Wende in der psychoanalytischen Psychosomatik notwendig geworden, so hat sie doch ohne Not die Theoriediskussion verstummen lassen. Eine gewisse Kopflosigkeit ist die Folge: Empirisch bestätigt wird viel, die Grundannahmen, die den Hypothesen aber zugrunde liegen, sind z. T. abhanden gekommen. Die Verbindung von Theorie und Empirie reißt oftmals ab. Liegen geblieben, altert die Theorie der psychoanalytischen Psychosomatik vor sich hin; sie scheint überlebt, aber weder widerlegt noch weiterentwickelt. Schon dies ist ein guter Grund, das vorliegende Buch zur Hand zu nehmen; es bemüht sich, die Theorie zu neuem Leben zu erwecken und die Theorie der Psychoanalyse mit der klinischen Empirie der psychoanalytischen Behandlung psychosomatisch kranker Menschen zu verbinden. Esgibt einen weiteren Grund: Wer sich mit der Lacanschen Lesart der Psychoanalyse besser vertraut machen möchte, kann das Buch gut nutzen. Lacans Konzepte werden für das Verständnis psychosomatischer Phänomene genutzt, an ihnen sollen sie sich erweisen. Der Leser lernt gleichzeitig einige grundlegende Konzepte kennen, die in einigen Beiträgen auch klar und differenziert erläutert werden. Höchst ungewöhnlich und in diesem Umfeld wohltuend ist, daß die Theorie an der klinischen Praxis gemessen und diese vorgestellt wird.
Was kann die Psychoanalytikerin, der Psychoanalytiker, die psychosomatische Patienten behandeln, aus diesem Buch lernen? Vielleicht werden sie zur Selbstkritik angeleitet. Allzuleicht verengt sich der klinische Blick in Generalisierungen, die dann besonders schädlich sind, wenn sie dem Patienten Defizite vorschnell zuschreiben. Sie werden in der Lektüre ermutigt, auf die höchst eigene Sprache des Subjekts zu hören oder ihm die eigene Sprache zurückzugeben.