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Der Aufsatz zeigt, in welchem Maß das literarische Zeugnis, das Primo Levi von den NS-Vernichtungsstätten gegeben hat, lesbar ist als Ausdruck des Begehrens, traumatische Erfahrung mitzuteilen. Angewiesen auf Adressaten, die willens und in der Lage sind, das Zeugnis des Überlebenden aufzunehmen, stellte die deutschsprachige Erstveröffentlichung seines Auschwitz-Textes Ist das ein Mensch? 1961 eine spezifische Herausforderung für Levi dar – eine Erfahrung, über die er sich noch in seinem letzten Buch vor seiner Selbsttötung 1987 genaue Rechenschaft ablegt. Das Defizit in der Ansprechbarkeit deutscher Leser durch den Überlebenden wird kenntlich als eine grundlegende Kondition nicht nur deutscher Kultur der Nachkriegsjahrzehnte.