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Sehr geehrte Frau Dr. Schmidt-Hellerau,
die durch Ihren offenen Brief »Plädoyer für einen postödipalen Diskurs in der Metapsychologiedebatte« erweiterte Kontroverse zwischen Frau Dr. Landis und mir hat neue Dimensionen angenommen, zu denen ich Stellung nehmen möchte.
Der Titel ihres Plädoyers hat mich irritiert. Die drei von Ihnen genannten Punkte eines postödipalen Diskurses erwecken den Eindruck, die Diskussion zwischen Frau Landis und mir, die sich partiell auf Ihr Verständnis der Metapsychologie bezieht, hätte ödipale oder präödipale, also persönliche Hintergründe. Die ad hominem gerichtete Polemik erreicht nun durch den Inhalt ihres offenen Briefes beachtliche Höhepunkte: Sie schreiben mir erstens eine radikal anti-metapsychologische Position zu. Zweitens stellen Sie die Metapsychologie aufs Podest und leiten die weltweite wissenschaftliche Bewegung, Produktivität und heuristische Fruchtbarkeit von Freuds Ideen in den letzten hundert Jahren von den metapsychologischen Gesichtspunkten ab. Drittens halten Sie mir vor, daß ich die mir früher von Ihnen zugestandene Vorsicht und Nachdenklichkeit in Sachen Metapsychologie verloren hätte, mit deren Ausrottung von der Psychoanalyse nichts übrigbliebe. Als Schweizerin sind Sie vielleicht nicht mit dem bösen Klang vertraut, den das Wort »ausrotten« für sensible deutsche Ohren hat. Daß ich als kämpferischer und manchmal auch unbequemer Liebhaber der Psychoanalyse von Ihnen zu einem ihrer Gegner gemacht werde, der mit der Metapsychologie das gesamte Objekt seiner Liebe abschaffen, ja ausrotten wolle, ist absurd! Trotzdem kann ich Ihre Invektive der Sache wegen nicht mit Schweigen übergehen. Zuviel steht auf dem Spiel.
Sie machen den Verlust des »metapsychologischen Referenzsystems« für die gegenwärtige Krise verantwortlich und behaupten, die Metapsychologiekritik verlaufe bis heute vor allem destruktiv. Nach Zerstörung des metapsychologischen Fundaments sei ein theorieloser, vorwissenschaftlicher Zustand eingetreten (Schmidt-