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Das vorliegende Buch ist eine Synthese, eigentlich in Form einer Kampfschrift. Der Autor versucht zu zeigen, daß die Frage nach der »klassischen Psychoanalyse« eine schlecht gestellte ist: einerseits gebe es die Psychoanalyse Freuds und seiner Mitstreiter, andererseits die postfreudianische Psychoanalyse der fünfziger Jahren, die v.a. von den Emigranten in Nordamerika gestaltet worden ist, und die fälschlicherweise »klassisch« oder besser postklassisch genannt werden kann. Diese These dürfte heute als weithin anerkennt gelten.
Das Buch bietet keine lineare Ideengeschichte, sondern präsentiert eine Zusammenstellung verschiedener Aufsätze mit mehrfach wechselnden Themen. Das Kapitel über Traumdeutung zeigt, wie in der Entwicklung Freuds die Traumdeutung an sich zu einer Traumdeutung in der Behandlung wurde. Dazu kommen einige interessante Gedanken über die Revision der Traumlehre durch Ferenczi. Das Kapitel über Widerstand legt dar, wie das Phänomen des Widerstands auch vom Analytiker her gestaltet wird. In dieser Hinsicht gibt es, nach Will, unter den Analytikern Freunde der Distanz, andere des Kampfes und wieder andere der Liebe. Wenn der Analytiker weniger provoziert, weniger weit weg (voraus) ist, dann kommt es auch zu weniger Widerstand: auch der Widerstand ist also ein intersubjektives Phänomen. Im Abschnitt über Übertragung finden wir so wichtige Themen wie Takt und Handhabung der Übertragung angesprochen (»Handhabung« ist, wie erinnerlich, in diesem Kontext ein häufig verwendetes Wort Freuds) bzw. das Sich-Heraushalten der Ichpsychologen. Von These und Antithese kommen wir dann zur Beziehungskunst als Synthese (Ferenczi, Balint, Gill etc.). Die Darstellung des Problems der Stundenfrequenz zeigt, daß es erst recht spät, v.a. in der Grenzziehung zur Psychotherapie, aufgekommen ist. Früher machte man im allgemeinen tägliche Analysen, und nur wenn es nicht ging, auch etwas weniger (Therese Benedek zwischen Berlin und Leipzig wird als Beispiel zitiert): in der klass