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Die folgenden Briefe sind ein Vorabdruck aus dem im Frühjahr 2004 bei edition diskord (Tübingen) erscheinenden Werk: Sigmund Freud und Max Eitingon, Briefwechsel 1906-1939. Es wurden zwei Komplexe ausgewählt, die jeweils eine charakteristische Episode dokumentieren. Im ersten Fall (von 1919) geht es um ein Geldgeschenk, das Eitingon, der Sproß einer reichen Pelzhändlerdynastie, Freud in der Wiener Nachkriegsnot machte. Im zweiten Fall (von 1932) geht es um eine komplexe Krise im psychoanalytischen Verlag und Zeitschriftenwesen - Bereiche, für die Eitingon in besonderem Maße zuständig war. Alle Briefe werden komplett wiedergegeben, mit den Sachanmerkungen der Buchausgabe, die z. T. an die Zwecke des Vorabdruck angepaßt wurden (Änderungen in eckigen Klammern). Die textkritischen Noten der Edition wurden weggelassen, auf Vollständigkeit der Personalnoten verzichtet, die Bibliographie eigens zusammengestellt. Verwendete Abkürzungen (außer den gängigen): BL/W = Mühlleitner 1992; BPV = Berliner Psychoanalytische Vereinigung; DIP = Mijolla 2002; IZ und Zeitschrift = Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse; Verlag = Internationaler Psychoanalytischer Verlag; WPV = Wiener Psychoanalytische Vereinigung. Fundorte unveröffentlichter Quellen im Anhang der Buchausgabe. Für die Freud-Briefe (c) 2004 A. W. Freud et al.
[Briefkopf Berlin] 25. XI. 19
Lieber Herr Professor,
Durch Schmideberg1 und nun auch durch Frau Mathilde2 werden Sie ausführliche Grüße von uns und unsrem Leben erhalten haben. Es war uns eine große Freude, auch Ihre älteste Tochter kennen gelernt und liebgewonnen zu haben, meine Frau3 hat sich mit der feinen und klugen Art derselben sofort sehr befreundet. Sobald das Reisen nur ein wenig leichter geworden sein wird, suchen wir Ihre Kinder in Hamburg4 auf. -
Die Wiener Verhältnisse verfolgen wir mit schmerzlicher Spannung, es geht uns hier immerhin zu unverhältnismäßig besser, als daß nicht der Wunsch immer dringender würde zu wissen, daß man die vielen bösen Dinge