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Modernisierungsprozesse haben die sozialen und kulturellen Gestalten von Jugend grundlegend verändert.
Die ehemals fest gefügten Differenzen zwischen Jugendlichen- und Erwachsenen-Generation haben sich verwischt (S. 12). Heranwachsende werden in vielen Bereichen früher selbständig; gleichzeitig verlängert sich aber auch die Phase der Jugend, deren Ende keiner eindeutigen normativen Festlegung mehr unterliegt (S. 12). Nachhaltig gewandelt haben sich auch die Geschlechterbeziehungen, mit der vielleicht bedeutendsten Konsequenz, daß es neben der männlichen heute auch eine weibliche Adoleszenz gibt, mit Auswirkungen auf die weitere Lebensgestaltung, die bis jetzt erst in Ansätzen erforscht sind.
Generativität, Generation, Geschlecht, soziale Ungleichheit. Vera King entwickelt in diesem Buch einen adoleszenztheoretischen Ansatz, der diesen Veränderungen in umfassender Weise Rechnung trägt. Zentral ist für sie dabei der Begriff der Generativität. Generativität bezeichnet den psychosozialen Möglichkeitsraum, den modernisierte Gesellschaften zur Verfügung stellen, um adoleszente Individuation zu ermöglichen (S. 253). Erwachsenen- und Jugendlichen-Generation sind davon in gleicher Weise betroffen. Für die Erwachsenengeneration heißt Generativität vor allem, den Adoleszenten genügend Freiraum zu gewähren, um eigene, auch divergente Selbstentwürfe zu entwickeln und ihnen gleichzeitig zur Verfügung zu stehen, ohne den Entwicklungsraum für sich zu okkupieren (S. 249); für die nachwachsende Generation, diesen Raum auf kreative Weise zu nutzen, um sich schrittweise die produktiven Fähigkeiten anzueignen, die zur Entstehung von Neuem führt (S. 37).
Dieser generative Selbstentwurf muß