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Als mir der Psychosozial-Verlag das Buch Narzissmus und Macht zur Besprechung geschickt hat, war ich erfreut. Seit ich den Aufsatz von Bela Grunberger »Über das Phallische« im Jahr 1964 ins Deutsche übersetzt habe (Psyche - Z Psychoanal 17, 1964, 604-620), war mir klar, daß Narzißmus und Macht »siamesische Zwillinge« (Wirth) sind. Zahlreiche Analytiker haben seither festgestellt: Machthaber sind narzißtisch gestört. Politologen und Journalisten haben diese Diagnose wiederholt und bestätigt. Keinem ist es jedoch gelungen, die Analyse politischer Machthaber zu einer Methode psychoanalytischer Politologie zu entwickeln. Ich dachte, das werde nie geschehen, es sei vielleicht unmöglich. Darum bin ich vom vorliegenden Buch überrascht. Hans-Jürgen Wirth hat das reale politische Leben von Politikern unserer Zeit so analysiert, daß eine psychoanalytische Politologie entstehen kann: Er hat die Plattform erreicht, auf der sich eine allgemeine Psychoanalyse der Politik errichten läßt. Der Schritt war unerläßlich.
Warum es so lange gedauert hat, kann aus der Feststellung abgeleitet werden, die gleichsam entschuldigend wiederholt worden ist: Machthaber legen sich nicht auf unsere Couch. Das heißt, daß