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Nachdem die Bindungstheorie John Bowlbys innerhalb der psychoanalytischen Zunft lange Jahre eher wenig Resonanz gefunden hatte, erlebt sie nun eine späte Würdigung. Nicht nur, daß der Name Bowlby mittlerweile in einem Atemzug mit anderen großen Kapazitäten der psychoanalytischen Entwicklungsforschung wie R. Spitz, A. Freud, M. Mahler, D.W. Winnicott und E.H. Erikson genannt wird, sein Werk kann auch vermehrt in den Literaturverzeichnissen psychoanalytischer Aufsätze gefunden werden. Die Bindungstheorie hat, vertreten durch gelungene Übersichtsarbeiten aus prominenter Feder (Buchheim et al. 1998; Dornes 1998; Fonagy 1996; Köhler 1992, 1998; Schmidt u. Strauß 1996; Strauß u. Schmidt 1997 etc.), ihren Siegeszug durch die meisten psychoanalytischen Journale angetreten. Viel zu dieser Entwicklung beigetragen hat die Ausdehnung der Bindungstheorie auf die Erforschung erwachsener Personen mit zumindest der Psychodynamik nahe stehenden Verfahren wie dem Adult Attachment Interview (AAI). Durch diesen »Move to the level of representation« (Main et al. 1985) konnte sich die Bindungstheorie von ihrer Fixierung auf behavioral kategorisierbare Bindungstypen, die im experimentalpsychologisch konzipierten Fremde-Situation-Test eruiert werden, lösen und die repräsentationale, narrative Dimension des Bindungskonzepts erschließen. Durch ebendiese neuen Zugänge konnte die Bindungsforschung selbst klinisches Terrain erobern und nicht nur die Erklärung psychopathologischer Manifestationen ergänzen, sondern auch die psychotherapeutische Praxis bereichern. Grund genug für Anna Buchheim (Wissenschaftliches Programm) und Horst Kächele (Gastgeber), die diesjährige Ulmer Werkstatt für empirische Forschung in der Psychoanalyse der Klinischen Bindungsforschung zu widmen.
Der offiziellen Begrüßung durch Horst Kächele und Anna Buchheim folgte ein instruktiver Einführungsvortrag in das Tagungsthema von Bernhard Strauß, in dem die Leistungsfähigkeit der klinischen Bindungsforschung für Theorie und Pr