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In dem von Rosine J. Perelberg herausgegebenen Buch berichten sechs namhafte Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytiker der Britischen Psychoanalytischen Gesellschaft über ihre Erfahrungen im Umgang mit Träumen in der Behandlung von zum Teil schwer gestörten Patienten. Dies allein verspricht eine spannende Lektüre. Die in diesem Buch zusammengefaßten Fallschilderungen zeigen darüber hinaus, was sich in der Trauminterpretation seit Freuds vor mehr als einem Jahrhundert erschienenen Traumdeutung verändert hat. Freud stützte sich bei der Interpretation der Träume vor allem auf das vom Patienten zum Trauminhalt assoziierte Material. Heute steht demgegenüber der manifeste Inhalt des Traumes im Vordergrund, und dieser wiederum insbesondere unter dem Gesichtspunkt der Übertragung. Perelberg stellt in ihrem Vorwort diese und andere Veränderungen der Traumtheorie seit Freud unter drei Gesichtspunkten zusammen: die Theorie eines Traumraums, der ähnlich wie der von Winnicott beschriebene Übergangsraum Ausgangspunkt für neue Entwicklungen ist; Träume als Ausdruck der Symbolisierungsfähigkeit des Patienten; und Träume als Darstellung der Übertragungs-Gegenübertragungs-Konstellation.
Was dies heißt, möchte ich im folgenden exemplarisch an einigen Fallschilderungen dieses Buches zeigen.
Traumräume. Der Traumraum ist - so Perelberg - ein innerer Raum, der die Voraussetzung dafür darstellt, daß das Kind sich von seinen inneren Eltern trennen kann. Was aber geschieht, wenn ihm dieser Traumraum nicht zur Verfügung steht? Der Patient kann dann, wie Sara Flanders in ihrem Fallbericht zeigt, die Deutungen des Analytikers nicht für sich verwerten, sondern muß sie abwehren; bei der Patientin von Sara Flanders standen dabei manische Abwehrmechanismen im Vordergrund. Victor Sedlak schildert, wie der mangelhaft entwickelte Traumraum bei zwei seiner Patienten ihn selbst lange Zeit in der Fähigkeit beeinträchtigte, sich als Behälter für die Projektionen seiner Patienten zur Verfügung zu stellen.