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Es ist ungewöhnlich für ein psychoanalytisches Buch, eine Metapher aus der Bibel als Titel zu verwenden, aber sie kündigt sehr gut einige Hauptgedanken Parsons an. Die Taube, die zur Arche Noahs zurückkehrte, gab Hoffnung auf trockenes Land, die Taube, die verschwand, verlangte von Noah einen Akt des Glaubens, daß der leere Himmel kein Versagen bedeutete, sondern
einen Beweis, daß keine weitere Notwendigkeit für die Arche bestand. So ist auch vom Psychoanalytiker ein Akt des Glaubens an den unbewußten Prozeß gefordert. Es bestehen Beziehungen zu Winnicotts Übergangsphänomenen und zum Spielen, zum Paradoxon, zur Kreativität, die auf den Möglichkeitsraum baut, und zum Theater, das wie die Psychoanalyse einen Rahmen schafft für etwas, was gleichzeitig real und nicht real ist, und zu der Fähigkeit, die Bion »rěverie« nannte.
Obwohl in Wirklichkeit ein solcher Glaubensakt zur wissenschaftlichen Forschung gehört, ist er doch für viele - so wie Vertrauen und Träumerei - ein unsicheres Konzept. Unter all diese Unsicherheiten stellt Parsons das Hauptthema seines Buchs: »die Auffassung der Psychoanalyse als Berufung in dem Sinn, daß der Analytiker bzw. die Analytikerin ist, was sie tut« (S. 162).
Der erste Teil des Buches, »Strenge und Freiheit«, befaßt sich mit der psychoanalytischen und persönlichen Identität des Analytikers. Parsons legt dar, daß es falsch wäre, den Analytiker entweder als jemanden zu sehen, der heilt, oder als jemanden, der unberührt und technisch perfekt repariert, denn das Wesentliche der Psychoanalyse schließt beide Polaritäten mit ein. (Man könnte einwenden, daß auch jemand, der repariert, von bewußten und unbewußten Wünschen nach Reparation motiviert sein muß und er deshalb persönlich involviert ist, vielleicht mehr mit narzißtischen als mit altruistischen Zielen.)
In vielfacher Hinsicht zeigt Parsons Polaritäten auf und verbindet sie eher, als daß er sie einander gegenüberstellt. Er verweist auf die Ähnlichkeit der Chinesischen Methode Tai Chi Ch'uan