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Die Dermatologie gehört eigentlich zu den klassischen Fächern der Psychosomatik. Im Gegensatz aber zur Neurologie, zur Inneren Medizin und zur Gynäkologie sind psychosomatische Publikationen dort überraschenderweise immer noch spärlich vertreten, auch wenn sich der »Arbeitskreis für Psychosomatische Dermatologie« (APD), in dem Frau Detig-Kohler über lange Jahre als stellvertretende Vorsitzende tätig war, innerhalb der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft durchaus großer Wertschätzung erfreut. So findet man im Internet unter »PubMed« nur elf Literaturstellen unter den Stichwörtern »dermatology and psychosomatics« und nur vier unter dem Stichwort »dermatology and psyche«. Trotz einer Reihe in jüngerer Zeit publizierter analytischer Arbeiten (z. B. : Über den Widerstand von Arzt und Patient in der Dermatologie. Der Dermatologe 4, S. 509-512; : Zur Spezifitätstheorie: Über die Behandlung eines Neurodermitis-Kranken. Psyche - Z Psychoanal 54, S. 496-520) wird diese Leerstelle nicht wesentlich mehr gefüllt, wenn man das »Psychoanalytic Electronic Publishing« (PEP Archive 1 Version 3 1920-1998) bzgl. psychosomatischer Dermatologie durchforstet.
Um so erfreulicher ist nun, daß Frau Detig-Kohler dreizehn Jahre nach ihrem ersten Buch Hautkrank - Unberührbarkeit aus Abwehr den interessierten Leser an der genauen Analyse einer Beratung zweier Einzelfälle, aber auch an ihrer Arbeitsweise zweier langjähriger analytischer Behandlungen empathisch teilhaben läßt, die sich mit dem besonders gearteten Nähe-Distanz-Verhältnis und spezifischen körperlichen Gegenübertragungs-Erfahrungen auseinanderzusetzen hat: »Meine Erfahrungen […] haben mich zu der Überzeugung geführt, daß im therapeutischen Kontext mit diesen Patienten kaum eine Behandlung ohne körperliche Reaktionen des Analytikers vorstellbar ist« (S. 11). Die Haut als Kontaktorgan und Grenzorgan zwischen Innen und Außen schafft dem Hautkranken zunächst die Möglichkeit, Wunsch oder Angst vor innerer Berührung zunächst über die Ha