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In diesem Buch wird nachdrücklich dafür plädiert, der Unmittelbarkeit in psychoanalytischen Behandlungen mehr Raum zu geben. Der Verfasser sieht sie innerhalb des »unmittelbaren Wirkungsgeschehens zwischen Patient und Therapeut« durch eine zu starke Betonung der nachträglichen Deutung des Geschehens beeinträchtigt, die das direkte Erlebnis zu sehr einschränke. Heisterkamp zitiert als Beleg Berichte von Analytikern aus der eigenen Lehranalyse und stellt fest: »Wenn Psychoanalytiker bzw. Psychoanalytikerinnen selbst nach freudigen Erinnerungen an die eigene Lehranalyse befragt werden, berichten sie viele Erfahrungen aus dem unmittelbaren Kontakt mit ihrem Analytiker bzw. ihrer Analytikerin. Wenn dieselben Psychoanalytiker […] jedoch nach freudigen Erfahrungen aus ihren Behandlungsanalysen gefragt werden, beziehen sie sich viel häufiger auf Situationen, in denen sie sich über neu gewonnene psychodynamische Einsichten […] gefreut haben« (Hervorh. M.-Br.).
Liest man weiter, wird klar, daß es dem Autor um eine Behandlungspraxis geht, die die Emotionalität des Patienten in einfühlsamer Weise möglichst unmittelbar erreicht und ein distanziertes »Reden über« vermeidet.
Es ist heute allgemein anerkannt, daß eine verbale Deutung ohne emotionale Berührung des Patienten wirkungslos ist. Der Autor möchte Komponenten noch stärker beachtet sehen, die schon in den letzten 20 Jahren mit Begriffen wie »Intersubjektivität« und »Enactment« für eine zeitweilige enge emotionale Beziehung zwischen Patient und Analytiker standen (aus der sich letzterer dann wieder lösen muß, um das Geschehen zu reflektieren). Das direkte emotionale Erleben, auch die zeitweilige »Verwicklung« im Enactment sowie das aufeinander bezogene Handeln bleiben für Heisterkamp wichtige Faktoren für einen Änderungsprozeß. In diesem wechselseitigen Handeln spiele sich auch ein »wechselseitiges Behandeln« zwischen Patient und Analytiker ab. Für diese Unmittelbarkeit gibt der Autor im folgenden viele Beispiele und kommt dan