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Endlich! Dem Gießener Psychosozial-Verlag sei Dank, daß nach elf Jahren das erste Buch Antonino Ferros übersetzt wurde, der, auch über Italien hinaus, einer der kreativsten analytischen Autoren der 90er Jahre ist. Leider führt der Weg guter psychologischer Bücher aus Italien weiterhin über England, sei es, was die Auswahl, sei es, was die Vorlage für die Übersetzung betrifft. Um es vorweg zu nehmen, die Übersetzung der englischen Übersetzung ins Deutsche weist zwar gegenüber dem Original gewisse, bei einer solchen Doppelübersetzung unvermeidliche Unschärfen auf. Elisabeth Vorspohl ist es dennoch gelungen, in einem wohlklingenden Deutsch den Sinn treffend und in den klinischen Passagen auch plastisch wiederzugeben.
Das bipersonale Feld stammt aus der gleichen Zeit wie der erste, 1993 in der psyche übersetzte Aufsatz Ferros. Es handelt sich auf den ersten Blick um ein kinderanalytisches, fallorientiertes Buch, wie der Originaltitel Die kinderanalytische Technik auch nahelegt. In der Tat enthält das Buch denn auch Reproduktionen von Kinderzeichnungen und klinische Berichte vieler verschiedener Kinderbehandlungen. Die Beschreibungen sind eigentlich mehr Erzählungen in bester psychoanalytischer Tradition, hervorragend lesbar, spannend, anschaulich, phantasieanregend. Sie erinnern an Winnicotts phantastisches Squiggle-Buch, das durch seine literarische Qualität (und wohl auch selektive Darstellung) etwas von einem Zaubermärchen hat. Ferros Geschichten sind keine sterilen »Vignetten«, die bloß eine Behauptung illustrieren sollen und deshalb ärmlich blaß bleiben. Nein, bereits beim Betrachten der Zeichnung stellen sich weitere Bilder ein, und im erzählenden Begleiten einer Therapiestunde entfaltet sich eine Beziehung und formt sich eine Gestalt, die zu Beginn so noch nicht vorherzusehen war. Natürlich sind im klinischen Alltag die meisten Situationen nicht so spannend, lösen sich nicht so ästhetisch auf, wie in den Beispielen Ferros. Aber das Erzählen-Können gehört zur guten