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Ein »Mauerblümchen« mausert sich zum Lehrbuch. Viele Jahre lang führte die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie eine schwierig zu definierende Existenz neben der Psychoanalyse. Seit einiger Zeit nun, vermutlich seit dem Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes, ist das Verfahren gleichwertig mit Psychoanalyse und Verhaltenstherapie geworden. Die wissenschaftlich ungeklärte Frage über den Status der Therapie scheint sich in der Praxis aufzulösen. Es werden umfassende Lehrbücher veröffentlicht, und man darf auf die Identität des ehemaligen Mauerblümchens gespannt sein.
Wöller und Kruse, die beide als leitende Ärzte in psychotherapeutischen Kliniken tätig sind, legen ein »Basisbuch« und einen »Praxisleitfaden« vor. Es soll nach seinem Erscheinen ein »Verkaufsrenner« geworden sein, was den Bedarf nach entsprechender Literatur anzeigen würde.
Die Autoren stellen nach einer ersten definitorischen Klärung den Verlauf einer Therapie vom Erstgespräch bis zum Abschluß übersichtlich dar. Dabei werden neben den gängigen Themen der psychoanalytischen Praxis wie »Einsicht und Beziehung, Widerstand und Übertragung« auch oft weniger beachtete Aspekte des therapeutischen Prozesses, wie z. B. »Die relevante Problematik zur Entfaltung bringen« oder »Affekte annehmen und klarifizieren«, behandelt.
Das Buch schließt mit Empfehlungen