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Gegenüber Jan Assmanns These, daß ein blinder Fleck Freud gehindert habe, die Bedeutung der Kultur in der Psychohistorie wahrzunehmen, gibt es gut begründete Einwände, die besagen, daß der von Freud erschlossene phylogenetische Faktor keineswegs mit der Annahme der Vererbung erworbener Eigenschaften in den biologischen Wissenschaften identisch ist, sondern dank unbewußter Kommunikation eine nicht-genetische generationsübergreifende kulturelle Transmission einbezieht, und phylogenetische Schemata als Niederschläge der menschlichen Kulturgeschichte betrachtet werden können. Zugleich ist für Freuds latente Anthropologie die Neotenie als biologischer Faktor unverzichtbar. In der Rezeptionsgeschichte der großen Moses-Studie erscheint der Kommentar Richard Bernsteins besonders überzeugend. Es wird versucht, das klinische Konzept der Transposition mit dem sogenannten phylogenetischen Faktor zu verknüpfen. Einige Bemerkungen dienen dem Ziel einer gründlichen Untersuchung der Rolle der Phylogenese im Werke Freuds.