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In seiner jüngsten Publikation sorgt sich Clifford Yorke um den seines Erachtens maroden Gesundheitszustand der Psychoanalyse, den er zumindest partiell auf die Ablehnung der Triebtheorie zurückführt. Ungeachtet der weitgehenden Übereinstimmung, wonach die Triebtheorie unverzichtbares Fundament des gesamten psychoanalytischen Theoriegebäudes sei, die selbst Kritiker vor ihrer totalen Demontage zurückschrecken läßt, verliert diese zunehmend an Relevanz und gerät gegenüber der neueren psychoanalytischen Theoriebildung, die sich die SchlagworteObjektbeziehung, Affektund Narzißmus auf die Fahnen geschrieben hat, zunehmend ins Hinter-treffen.
Des Übels Wurzel glaubt Yorke in der Fokussierung auf die interaktionelle Dynamik im therapeutischen Prozeß zu erkennen. Dadurch werden primär klinische Theorien generiert, die nicht von Theorien über Struktur und Funktionsweise der menschlichen Psyche differenziert werden. Aus klinischen Beobachtungen lassen sich zwar mehr oder weniger stringente klinische Theorien legieren, doch um deren Exaktheit zu überprüfen, ist es nötig, sie auf ihre Kompatibilität mit der psychoanalytischen Theorie psychischer Funktionsweisen zu testen. Yorke argwöhnt, das Gros der psychoanalytischen Zunft sei bereits nicht mehr der gleichschwebenden Aufmerksamkeit als Erkenntnismethode verpflichtet, sondern nur mehr an Bedeutungen im verbalisierten Material interessiert. Wird die Differenz dieser beiden Theorietypen nicht ausreichend beachtet, darf es nicht überraschen, wenn Eklektizismus überhand nimmt, ist doch die Metapsychologie inklusive Triebtheorie Yorke zufolge »unverzichtbares Instrument zur Überprüfung der Validität von klinischen Theorien« (S. 10) und somit effektives Antidot gegen wilde Spekulation.
Die Konstruktion eines Modells zur Erklärung von Struktur und Funktionsweise der menschlichen Psyche muß, wenn es psychische Phänomene der Normalität und Pathologie erklären soll — Freuds Anspruch — selbstverständlich