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Neue Deutungsvorschläge für die ma-ximal widersprüchliche Herrschafts-und Terrormaschine des Nationalsozialismus liegen vor, die mit überaus reichen Details ihre Interpretationen stützen; besonders eindrucksvoll war die politikwissenschaftliche Studie von Claus-Ekkehard Bärsch, der den Nationalsozialismus als politische Religion auffaßte (München [Fink] 1998). Das bedeutete zugleich eine veränderte Deutung der NS-Rassentheorie. Wenn »Rasse« nicht nur Biologie war, sondernes—wieBärschzeigenkonnte—auf die »Rassenseele« ankommen sollte, dann war der Pseudowissenschaftlichkeit der Rassentheorie mit Argumenten so wenig beizukommen wie einem Wahn mit Logik. Diese Deutungslinie erfährt in der Arbeit des Berliner Historikers Uwe Puschner enorme Unterstützung. Puschner befaßt sich mit den NS-Vorläufern, den »Völkischen«, deren Anzahl zwar gering, deren Auffassungen aber in allen gesellschaftlichen Kreisen aufzufindenwaren. Auch ihr Denken ist konfus und wirr und zugleichdiffusundungenau—abermöglicherweise, so beginnt man bei der Lektüre zu ahnen, lag gerade darin die Faszination. Puschners enorme Leistung besteht darin, die Diffusion des gedanklich-ideellen Kerns »völkischen« Denkens vorzustellen, wobei er nicht nur beachtliche Arbeit an den Quellen