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Wien an der Wende zum 20. Jahrhundert. Mathilde, die älteste Tochter Freuds, beginnt 13jährig einen Briefwechsel mit Eugen Pachmayr, einem nur wenig älteren Jugendfreund, den sie während eines sommerlichen Familienurlaubs am Thumsee kennengelernt hat. 60 Briefe und Karten schreibt das junge Mädchen an ihn, bis 1908 die überraschende Verlobung Eugens mit Regine Steinhaus die Korrespondenz und die aufkeimende Jugendliebe langsam beendet. Einige Monate später, Mathilde ist gerade 21 Jahre alt geworden, verlobt auch sie sich mit dem 12 Jahreälteren Robert Hollitscher ausjüdischer Familie, der den Vorstellungen des Vaters eher entspricht.
Die vor kurzem entdeckte und von Günter Gödde herausgegebene Ju-gendkorrespondenz der ältesten Tochter Freuds (1901-1910) vermittelt uns einen interessanten Einblick in die adoleszente und spätadoleszente Lebensphase eines heranwachsenden Mädchens aus bildungsbürgerlichem Hause. Sie gibt Zeugnis von einer Adoleszenz,