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Der Film Onegin, eine Verfilmung von Alexander Puschkins Versroman Eugen Onegin, war der Hauptbeitrag bei den Feiern zum 200. Geburtstag Puschkins in Moskau im Juni 1999. In Deutschland hatte er im September 2000 Premiere. Es ist ein englischer Film, ein Gemeinschaftswerk der Geschwister Fiennes. Ralph Fiennes (Der englische Patient) ist Produzent, er hatte die Idee zum Film und spielt die Hauptrolle, den Onegin. Seine Schwester Martha führte Regie, sein Bruder Magnus schrieb die Musik. Die weibliche Hauptrolle der Tatjana spielt Liv Tyler (Der Herr der Ringe). Der Film erhielt zahlreiche Auszeichnungen.
Puschkins Roman Eugen Onegin (1825-33) gehört wie Shakespeares Romeo und Julia zu den großen Liebesgeschichten der Weltliteratur und handelt vom Schicksal zweier Liebender, die sich verfehlen. Puschkin, Nationaldichter Rußlands, schuf mit Eugen Onegin sein bedeutendstes Werk. Jedes russische Schulkind kann aus seinen Versen zitieren. Dennoch ist der Roman nie verfilmt worden. Die gleichnamige Oper von Tschaikowski, 60 Jahre nach dem Roman 1897 entstanden, ist außerhalb Rußlands bekannter als Puschkins Original und wurde mehrfach verfilmt. Der Roman ist in Strophen- und Reimform geschrieben, die im Film nur in den Briefen von Tatjana und Onegin beibehalten ist, wobei die deutsche Synchronisation hier die von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnete Onegin-Übersetzung von R.-D. Keil übernimmt.
Das Filmdrehbuch von Ettedgui und Ignatieff (Drehbuchautor von Brodys 1919) folgt im Ablauf weitgehend der Romanvorlage. Die Handlung ist schnell zusammengefaßt: Onegin lebt das schale Leben junger Aristokraten in Moskau und Petersburg um 1820. Die Erbschaft eines Onkels führt ihn aufs Land und macht ihn zum Eigentümer eines großen Landsitzes einschließlich der leibeigenen Bauern. Er wird mit der Familie Larin auf dem Nachbargut bekannt, einer Witwemit ihren beiden Töchtern: Tatjana, der älteren, verschlossenen, ernsthaften, und Olga, der lebenslustigen, ober