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Die schwere Traumatisierung des in dieser Langzeitanalyse vorgestellten Patienten ist kumulativen Ursprungs: Sie ist Folge einer affektiv abwesenden präverbalen Mutter-Beziehung und einer schweren seuellen Verführungsproblematik. Die Autorin beschreibt in der Nachzeichnung des Behandlungsverlaufs, daß es über lange Strecken darum ging, zwischen der vom Patienten unbewußt vorgenommenen Verwechslung von Sexualität und Zärtlichkeit zu differenzieren, die von ihm angebotene Sexualisierung nicht als ödipale Übertragung zu deuten, sondern zunächst das nicht symbolisierte frühe Trauma mangelnder mütterlicher Zuwendung im Prozeßgeschehen ihrer gemeinsamen impliziten Beziehung in Momenten der Begegnung im Blick zu behalten. Erst nachdem die stabilisierende therapeutische Wirkkraft des impliziten Interaktionsgeschehens zwischen Patient und Analytikerin ausreichend zur Entfaltung gekommen war, konnte mit der Rekonstruktions- und Deutungsarbeit der sexuellen Traumatisierung des Patienten begonnen werden. Die Autorin zeigt, daß Übertragungs- und Gegenübertragungsprozesse auf Momenten der Begegnung aufruhen, durch diese gespeist werden und ihre Verankerung in der Authentizität der Begegnung zwischen Analytikerin und Patient erfahren.