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Im Psychoanalytischen Seminar Zürich (PSZ) sind im Wintersemester 2001/2002 »Männlichkeitskonstruktionen in der Psychoanalyse« diskutiert worden. Es wurden sieben Männer zu einstündigen Vorträgen eingeladen; diese Vorträge sind jetzt als Buch erschienen.
Im Vorwort erklärt Ita Grosz-Ganzoni, eine der Herausgeberinnen, warum es nötig erscheint, das psychoanalytische Konzept der Männlichkeit zu diskutieren. Das Konzept des Weiblichen hat sich erheblich gewandelt und weiterentwickelt, während das Konzept des Männlichen im Mainstream der Psychoanalyse das gleiche geblieben ist, wie wir es in den Schriften von Sigmund Freud finden.
Die Publikation nennt sich bescheiden Koordinaten der Männlichkeit; es handelt sich um Versuche, sich zu orientieren. Es sollte ein Konzept entwickelt werden, das den veränderten gesellschaftlichen Verhältnissen Rechnung trägt und neueren psychoanalytischen Einsichten zur Entwicklung des Mannes entspricht.
Seit das biographische Lexikon Psychoanalyse und Ethnologie (J. Reichmayr, U. Wagner, C. Quederrou, B. Pletzer [Hg.], Gießen ) den Gesichtskreis der Psychoanalyse erweitert hat, sollte dieses nun etablierte Wissen zum Verständnis für ein Phänomen angewandt werden, das Meinungen und Stereotype und die Deutung unbewußter Motive umfaßt. Das Konzept der Männlichkeit spielt in jeder Analyse — bei Analytikern und ihren Analysanden — eine wichtige Rolle. Analog zum erweiterten Gesichtskreis, widening scope der Ich-Psychologie in den fünfziger Jahren darf man heute vom widening scope der Ethnopsychoanalyse sprechen.
Das stereotype Bild des Mannes hat sich seit der Mitte des 20. Jahrhunderts —nicht nur in den westlichen Industriestaaten — beträchtlich verändert. Die psychoanalytische Arbeit darf auf die Deutung der sogenannten psychosozialen Phänomene nicht verzichten. Ich erinnere in loser Folge an theoretische Begriffe und an Beobachtungen, denen ein neuer Stellenwert zukommt; sie allekönnen unser Verständnis in der psychoanalytischen Praxis erweitern: