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Heinz Walter, Professor für pädagogische Psychologie an der Universität Konstanz, legt mit diesem umfangreichen Band einen Überblick über die deutschsprachige sozialwissenschaftliche Väterforschung vor. Auf einen einführenden und informativen Überblick aus seiner eigenen Feder folgen 23 Beiträge von Autoren und Autorinnen aus verschiedenen Fachbereichen, die sich unter entsprechend vielfältigen Fragestellungen und Perspektiven mit dem Mann in seiner Rolle als Vater beschäftigen. Die Beiträge sind in fünf Kapitel eingeteilt: Im ersten geht es um die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des Vaterseins; im zweiten um so heterogene Dinge wie den Kinderwunsch des Vaters, den anonymen Samenspender oder evolutionsbiologische Befunde;im dritten um das Selbsterleben des Vaters; im vierten um die Vater-Kind-Beziehungen; und im fünften um dyadische und triadische Gesichtspunkte der Vaterschaft. Allerdings bleibt die Zuordnung der Beiträge zu den einzelnen Kapiteln etwas unklar, geht es doch in vielen Texten immer wieder um die kulturellen Rahmenbedingungen und um eine triadische Sicht auf die Vaterrolle. Viele Autoren, ob psychoanalytisch orientiert oder nicht, plädieren dafür, den Vater als Teil der Elterndyade oder der Eltern-Kind-Triade zu untersuchen.
Die Mehrzahl der Beiträge ist informativ und gut lesbar; gelegentlich stört der stereotype Aufbau akademischer Forschungsberichte. Auch wenn man mit dem Thema Vaterforschung vertraut ist, stößt man in vielen Arbeiten auf anregende Gedanken, von denen ich hier eine kleine, ganz subjektiv geprägte Auswahl gebe:
Wolfgang Walter (nicht mit dem Herausgeber Heinz Walter zu verwechseln) beschäftigt sich unter dem Titel »Das »Verschwinden« und »Wiederauftauchen« des Vaters« mit den gesellschaftlichen Veränderungen der Vaterrolle. Der Vater hat seine zentrale Position in der Familie zugunsten der Kinder verloren, welche heute im Zentrum der Familie stehen; an die Stelle der väterlichen Autorität ist die Vorstellung von egalitären, auszu