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Grundlage der Untersuchung sind Erfolgsromane der Nachkriegszeit. Sie können, so die These der Autorin, uns Aufschluß geben über charakteristische Merkmale des Diskurses über den Nationalsozialismus in der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft.
Die Auswahl der Autoren und Romane richtet sich danach, wie breit und intensiv sie in verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen (Schule, Presse, Universität, Leihbüchereien, Literaturpreise) rezipiert und genutzt wurden. Welche Bücher in den Literatur »ka-non« aufgenommen werden, ist »auch davonabhängig, was zu einer bestimmten Zeit psychisch gebraucht wird« (S. 72). Diese These wird unterstützt durch die Tatsache, daß einige der damaligen Erfolgsautoren inzwischen fast vergessen sind. Möglicherweise verdankte sich ihr Erfolg weniger literarischen Qualitäten als ihrer Möglichkeit, bestimmte zeitspezifische Bedürfnisse zu artikulieren. »Ein Autor, dessen Text von vielen gelesen wird, trifft offenbar den »Nerv« seiner Leser. Das Weltmodell der Leser konvergiert […] mit dem Modell des Textes« (S. 66). Ein verblüffendes Beispiel für diese Konvergenz ist der enorme Erfolg von »Vater«-Büchern in der von Mitscherlich als »vaterlose Gesellschaft«